Bye, Bye, Bayreuth

Ich sitze hier zwischen meinen auseinander gebauten Möbeln auf meinem Sofa und tippe mit krummem Rücken diesen Text. Die Sachen sind gepackt und in meinem Zimmer sieht es aus, als würde ich ausziehen. Mal wieder…
Die unvermeidliche Abschiedsparty ging gut über die Bühne. Viele Leute, viel Bier und viel Spaß, aber traurig war es natürlich auch. Viele Leute werde ich zumindest eine lange Zeit nicht wieder sehen, einige wohl auch gar nicht mehr. Und es ist etwas total anderes, wenn man selbst weggeht, als wenn andere Freunde den näheren Einzugsbereich verlassen. Die Liebe meines Lebens hat es in den hohen Norden verschlagen und mein bester Kumpel ist seit Anfang Januar in Leipzig, aber diese Nicht-Anwesenheiten konnten immernoch durch alle die anderen ausgeglichen werden. Übrigens ist er immernoch mit einer meiner Exfreundinnen zusammen und die gemeinsame Wohnung wird grade eingerichtet. Aber ich gönne es den beiden, irgendwann ist auch sowas einfach nur noch egal und man sieht es als Normalität an.
Wenn man hingegen selbst einen geliebten Ort verlässt, ändert sich plötzlich alles. Keine bekannten Gesichter, keine Freunde, die man auch Nachts um 12 noch zu Parties abholen kann, man ist (anfangs) einfach alleine. Als ich letztes Jahr nach München gegangen bin, war das doch noch etwas anders, da zumindest meine gute Freundin mitgekommen ist. Wir sind einfach ein unschlagbares Duo, selbst wenn die Welt zusammenbricht. Ihre ist letzte Woche zusammen gebrochen, als ihr langjähriger Freund sie verlassen hat. Nach über 4 Jahren Fernbeziehung, wo nun die Möglichkeit da ist, endlich ein gemeinsames Leben zu gestalten. Aber er hat wohl kalte Füße bekommen. Er ist ein riesen Idiot, so eine Frau sitzen zu lassen, aber das ist nur meine unbedeutende Meinung dazu. Ich würde ihr so gerne noch viel mehr beistehen, wenn sie mich braucht, aber selbst das geht nun nicht mehr. Das Ohr zum zuhören kann ich ihr geben, aber die Schulter zu anlehnen leider nicht und das tut mir selbst weh. Sie war immer da, wenn es mir wegen irgendwelchen Frauen mal wieder beschissen ging. Meine Gedanken sind bei ihr.
Zum Glück trennen uns in ein paar Wochen wieder nicht mehr ganz so viele Kilometer. Ich bin leider niemand, der Beziehungen und Freundschaften über lange Distanzen pflegen kann. Irgendwann verschwinden die alten Freunde einfach aus dem Blickfeld und dann werden sie immer mehr Vergangenheit. Es geht weiter. Ich wünsche mir aber sehr, dass es bei uns anders wird, aber das wird sich wohl erst zeigen müssen. Die einzige Träne, die ich beim Abschied von allen vergossen habe, war wegen ihr (ich deute das einfach mal als gutes Zeichen).
Aber das Leben hält auch glückliche Momente bereit, so heiratet dieses Jahr eine andere gute Freundin und Kinder sind im weiterem Umfeld auch schon unterwegs. Wir werden eben alt.
Wie es nun in Konstanz für mich werden wird, bleibt abzuwarten, aber ich bin zuversichtlich. Meine neue Wohnung ist toll, meine Mitbewohner wahnsinnig nett und vielleicht, ja ganz vielleicht finde auch ich endlich mal eine glückliche Beziehung. Zeit könnte es mal werden.

Ihr hört von mir, wie es weitergeht.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 21:51 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Bayreuth, Konstanz, Me abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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