Deutsch für Götter

Nach vier Jahren in Franken kommt nicht umher sich auch ein paar Wörter dieses schönes Dialekts anzueignen. So erwische ich mich fast regelmäßig dabei a weng zu verwenden. So wirklich sprechen kann ich es aber nicht, das kann wahrscheinlich niemand außer den Franken selbst. Aber verstehen kann ich es doch ganz gut, sogar in geschriebenen Worten (wobei das vielleicht sogar einfacher ist). Aber seht selbst:

Gedicht vom Brunna
Fränkische Zeitung vom 14. Januar 2009

Zum Hintergrund: In Bayreuth wurde von einiger Zeit die zentrale (Omni-)Bushaltestelle (deswegen auch ZOH abgekürzt) von der Füßgängerzone an den Ring verlegt. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme, doch nun ist die Frage, was mit dem Platz angefangen werden soll, der ja zukünftig nicht mehr von den Bussen in der Fußgängerzone benötigt wird. Irgendjemand kam also auf die Idee doch einen Brunnen zu bauen und so wurde eine Wettbewerb ausgerufen um verschiedene Vorschläge von Künstlern zu bekommen. Nun, der “Siegerbrunnen” ist allerdings eine wirkliche Beleidigung für jeglichen Geschmack. Die Jury muss wahrscheinlich… na lassen wir das, sonst krieg ich noch Ärger wegen Beleidigungen.
Die Aussagen reichen von “umgekippten Skeletten von Quitscheentchen” über “ausgebrannte Bussgerippe” bis hin zu “abgestürzten Bombern aus dem WW II”, was eine wirklich schlimme Beschimpfung ist, wenn man die Stadtgeschichte Bayreuths kennt, da Bayreuth im Vergleich mit ähnlich großen Städten wesentlich schlimmere Verwüstungen über sich ergehen lassen musste.
Irgendwie kann man nur hoffen, dass die Verantwortlichen nochmal darüber nachdenken und der Brunnenbau gestoppt wird. Denn dieses Ding kann ja wirklich nicht ernstgemeint sein. Dafür ist das Gedicht umso schöner.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 15. Januar 2009 um 16:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Bayreuth abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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