Firefighters

Ich glaube, so langsam habe ich alles durch, was man am MPI erleben kann. Nach der Einstellungsuntersuchung beim Betriebsarzt, dem Laborputz mit anschließender Sicherheitsbegehung, heute nun ein Feueralarm. Die meisten Leute unserer Abteilung hatten sich garde zum Seminar (wie jeden Dienstag) eingefunden, als plötzlich ein unüberhörbares Signal ertönte. Ok, Feueralarm also, wie die längerjährigen Mitarbeiter gleich erkannt haben. Ganz gesittet ging es dann nach draußen, zum Sammelpunkt.
“But it’s rainig very heavy outside…”
“So we don’t need Firefighters, right?”

Alle haben sich dann nicht am Sammelpunkt eingefunden, sondern irgendwie versucht halbwegs im Trockenen zu bleiben. Teilweise im Laborkittel, teilweise nur im T-Shirt oder auch mit Kaffeetasse (“Wenn das Haus schon abbrennt, will ich wenigstens meinen Kaffee noch retten!”).
Nach gut 10 Minuten war dann klar, dass es nur ein Probealarm war. Hätte man ja auch nicht bei besserem Wetter machen können… Das Labor steht also noch und unser Seminar ging dann mit ein bisschen Verspätung trotzdem noch weiter.

Zum Abschluss, noch eine kleine Anekdote aus der U-Bahn, die überhaupt gar nichts damit zu tun hat.
Im Berufsverkehr bin ich vorhin Heim gefahren, die Bahn entsprechend voll. Bei einer kleinen Familie mit Tochter, vielleicht 2 oder 3 Jahre alt, habe ich aber noch einen Sitzplatz gefunden. Wahrscheinlich wollte sich niemand dort hinsetzen, denn das Mädel war schon heftig am quengeln. Heiß, voll, stickig, ich hab sie nur zu gut verstanden. Eine ganze Weile ging das auch noch so weiter, aber aus irgendeinem Grund, ziehe ich immer sämtliche Blicke von solchen kleinen Kindern auf mich. Schlagartig war Ruhe. Der Blick fixiert auf meine Hose. Ich hab nicht verstanden, was sie gesagt hat (wahrscheinlich, weil es arabisch war), aber es ging zweifelsohne um die (Säure-)Löcher in meiner Hose, die dort schon seit ein paar Jahren vorhanden sind und so ungefähr bei jedem Wasschvorgang ihre Größe erhöhen, was sie hat schon recht beträchtlich anwachsen lassen. Diese waren nun also interessanter als alles andere. Man sollte ja gleich mal überprüfen, ob man nicht selbst auch solche Löcher hat. Oder Mami. Oder Papi. Die umsitzenden Leute konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen und auch ich musste mich arg zurück halten, nicht in schallendes Gelächter aus zu brechen. Die restliche Fahrt verlief dann entsprechend ruhig, wofür mir wahrscheinlich insgeheim sehr viele Leute dankbar waren.

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 28. Oktober 2008 um 21:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Me, München abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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