Review #13: Ein Stück vom Glück

München ist nun also 850 Jahre als. Nungut, es gibt sicherlich ältere Städte in Deutschland, aber die hatten bestimmt keine so geniale Feier! Das Konzert am Sendlinger Tor war eine bunte Mischung aller Musikrichtungen, auch wenn ich mir nicht alles anhören konnte. Begonnen haben Liquido, von denen ich eigentlich nie weiß, was ich davon halten soll. Einerseits machen sie ganz tauglichen Rock, andererseits aber auch seltsamen Elektropop. So war die Band mehr ein Auf und Ab der Gefühle, außerdem stand ich noch recht weit hinten, da ich erstmal sehen wollte, wie die Stimmung so ist. Als zweites habe ich dann Karamelo Santo gesehen, eine Ska/Reggae-Kombo aus Argentinien, die wohl auch schon mit Metallica zusammen gespielt haben. Der Name hat mir nichts gesagt, aber die Musik war gut. Sonne, Sommer, Reggae, da gibt es nicht so sehr viel was daran vorbei kommt. Vielleicht noch ein Bier dazu. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon bis vor die Bühne gekämpft, wobei jetzt noch nicht so viel los war, dass das irgendiwe schwer gewesen wäre. Die Leute waren gut drauf und so ein bisschen Reggaechillien hat schon was. Bei den Skateilen ging es dann auch schon gut ab, was mir sehr viel Hoffnung für die nächste Band gemacht hat, denn Emil Bulls ohne Moshpit geht ja mal gar nicht. Ging es auch nicht, denn es war einer der besten und gleichzeitig fairsten Pits, die ich je erlebt habe. Ich seh zwar jetzt auch entsprechend so aus, als hätte ich mich mit einer Meute Footballspieler angelegt, aber es war einfach nur unbeschreiblich. Es gibt also doch noch normale Leute in München. Meine Knochen sind alle heil geblieben und Prellungen habe ich auch nicht davon getragen, aber die Anzahl der blauen Flecke ist enorm hoch. Danach habe ich mich gefühlt, als wäre eine Herde Büffel über mich hinweg getrampelt, so haben meine Knochen und Muskeln geschmerzt, aber diese befreiende Gefühl, nach hause zu kommen und die Entspannung durch den Körper förmlich fließen zu spüren, diese absolute innere Ruhe und Kraftlosigkeit, ist es wert.
Sandi Thom habe ich mir nicht mehr ganz angehört, da ich zu erschöpft war und ihre Musik zu ruhig ist, dass ich hätte dabei wach bleiben können. Entsprechend konnte ich leider auch Blumentopf nicht sehen, auch wenn sie als eine der besten HipHop-Formationen hierzulande zählen. Interessant war allerdings der Wechsel des Publikums, nachdem die Bulls weg waren. Plötzlich gingen alle in schwarz und Leder gekleideten Leute vor der Bühne weg und wurden durch gestylete, braungebrannte Menschen ersetzt. Ich hab mich dann auch mal zurück gezogen um zu Hause die Müdigkeit über mich kommen zu lassen. So ein kleies Stück von Glück ist das irgendwie schon.

Der Beitrag wurde am Sonntag, den 20. Juli 2008 um 12:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Me, München abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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