Julias CD-Projekt 2008: Emil Bulls - The Black Path

Ich hatte zwar eigentlich vor als nächsten Beitrag für das CD-Projekt etwas über das neue Album Pretty Odd von Panic at the Disco zu schreiben, aber ich hab mich doch für eine Band und ein Album entschieden, das wahrscheinlich weniger bekannt ist. Trotzdem sollte es nicht weniger beachtet werden, denn grade wer meinen Musikgeschmack ein wenig teilt, wird sicher benauso angetan sein, wie ich.
Ich selbst kenne Emil Bulls auch noch nicht so lange, sondern erst, seit meinem Wochenende in Berlin, wo wir mehr zufällig auf einem Konzert, genau gesagt, der CD-Releaseparty von The Black Path waren. Und da diese Band zufälligerweise auch München kommt, lag es recht nahe mir das Album zu kaufen und es hier nun vorzustellen.

Emil Bulls sind fünf Musiker, die sich selbst keiner Richtung zuordnen. Ich würde sie aber mal in Richtung Alternative/Hardcore/Nu-Metal einsortieren. Nu-Metal? Ist das nicht Linkin Park? Ja genau in die Richtung geht die Musik gründsätzlich, ist aber wesentlich härter. Ihr mittlerweile 4. Album wollte aber von keinem Label vermarktet werden, weshalb die Jungs kurzerhand ihr eigenes gegründet haben. Definitiv eine gute Entscheidung.
Die Hülle ist in rot gehalten und zeigt zwei stilisierte Wölfe(?), außerdem ist der typisch verschnörkelte Bandname zu sehen. Das Booklet ist Standard, aber die CD ganz hübsch.
Dreht die Boxen auf volle Lautstärke und ladet die Nachbarn zum Pogo ein, ab geht’s! [Titel Laufzeit (Wertung)]

  1. The Black Path (Intro) 0:28 (3/5)
    Ein Album mit richtigen Intro findet man heute nicht mehr so oft, normalerweise geht es immer gleich mit der Musik los. Anders hier, die Gitarren heulen und das Schlagzeug gibt den Ton an.
  2. To End all Wars 2:39 (5/5)
    Quasi übergangslos beginnt der erste Track. Speed pur, harte Beats, erst der Mittelteil wird ein wenig ruhiger und vermittelt eine “epische” (sorry, was besseres fällt mir grade nicht ein) Stimmung. Die Stimme des Sängers ist deutlich und klar zu hören, kein Geschrei, kein Genuschel, ein wunderbarer Auftakt, das macht Lust auf (viel) mehr, denn es ist viel zu schnell zu ende.
  3. The Most Evil Spell 2:56 (4/5)
    Dieses Stück erschien schon vor dem Album und war wohl so eine Art Heißmacher. Es beginnt langsamer, dafür setzt der Gesang gleichzeitig mit dem Schlagzeug umso brachialer ein. Textlich übrigens auch sehr interessant, jeder geht eben mit dem Schmerz (des Verlassenwerdens, zumindest würde ich es so interpretieren) anders um. Zwischendrin nur ein intrumentaler Teil, dann nochmal der “Evil Spell” und es ist Schluss.
  4. All In Tune With The Universe 3:56 (3/5)
    Ein schnelles Schlagzeugintro, der Sänger kommt überrschend sanft daher, was man nach den ersten beiden Songs nicht erwartet. In dem Stil geht es dann auch weiter, schnelle Rythmik wechselt sich mit softerem Gesang ab. Zeit zum Durchatmen.
  5. Pledge Allegiance To The Damned (The Unseen One) 4:25 (2/5)
    Hui, schon der Titel ist fast unaussprechlich, der Song beginnt aber nicht ganz so hart. Kein Intro, gleich von Anfang an mit Text unterlegt. Im ganzen aber sehr ruhig, von der Stimme her teilweise ein bisschen zu hoch, sicherlich einer der schwächeren Songs des Albums. Man erwatet das Ende förmlich.
  6. Wolfsstunde 4:41 (3/5)
    Hier hört man den Nu-Metal-Einfluss am Anfang ganz deutlich raus, auch wenn das nicht so lange anhält und das Stück härter wird. Im Gesamten eine schöne Mischung aus Gitarren, Schlagzeug und Gesang, ich würde es fast als massentauglich bezeichnen. Erst gegen Ende wird es spezieller und die bullstypische Mischung kommt wieder zum Vorschein.
  7. Nothingness 4:35 (4/5)
    Tiefes Gitarrengegrumel, wenig später auch mit Schlagzeug, dann der Gesang, der diesmal mehr Geschrei ähnelt. Die Geschwindigkeit wird ständig gewechselt, schnelle Strophen, langsamerer Refrain. Wahnsinnig energiegelader Song, der Sänger könnte auch aus den Boxen springen. Allerdings nervt der Abschluss ein bisschen, es könnte auch schneller zu ende sein.
  8. Collapsed Memorials 3:26 (3/5)
    Die anfänglichen Klänge sind sehr metallastig. Der Song versucht zwar wieder davon weg zu kommen, was aber nicht gelingt. Somit bleibt er im Mittelmaß hängen und lässt Geschwindigkeit und Kraft des letzten Titels vermissen. Dafür ist das Ende sehr schön kanpp.
  9. Close To The Wind 3:33 (3/5)
    Darüber was zu schreiben ist sehr schwer, da ich hin und her gerissen bin. Einerseits ein wenig melancholischer, andererseits Nu-Metal Anleihen, wodurch Kraft in den Song kommt. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, als würde irgendwas explodieren wollen, aber leider wird man bis zum Schluss enttäuscht.
  10. Worlds Apart 3:33 (5/5)
    Hardcore vom Feinsten, so sollte Musik sein. Schnell, kraftig und am besten Laut. Unglaublich, dass die hohe Geschwindkeit den ganzen Song über gehalten wird. Eine ruhigere Passage wäre sicher ganz nett gewesen, aber so kann man eben die ganze Zeit abgehen. Vom Textinhalt her wieder spannend, scheinbar sind die eigentlich tiefsinnigeren Themen immer in den guten, harten Stücken versteckt.
  11. Pure Anger (The Hex) 5:24 (5/5)
    Ruhiges Gitarresgeschrammel am Anfang, das aber ganz schnell von tiefen Beats und harten Sounds abgelöst wird. Das längste Stück des Albums, aber auch eines der besten. Dort steckt einfach alles drinne und die Band zeigt ihr ganzes Können. Ruhige Teile wechseln mit schnellen Passagen, Instrumente mit Gesang. Die fünf Minuten wirken viel kürzer, als sie eigentlich sind.
  12. 10050 3:19 (4/5)
    Was durchaus auch als Bezeichnung für einen Borg dienen könnte, ist wirklich ein Songtitel. Eine schöne Mischung aus Metal- und Hardcoreelementen, nicht zu schnell, nicht zu langsam, wunderbar zum tanzen geeignet. Allerdings ist der Text sehr martialisch und ganz sicher nicht jugendfrei.
  13. Cigarette Scar 3:27 (5/5)
    Wieder so ein Titel, bei dem ich nicht so recht weiß, was ich schreiben soll. Ein Mix aus vielen Elementen, die einzeln gar nicht zu identifizieren sind, aber ein so geiles Gesamtbild ergeben, das man einfach nur begestert sein kann. Ich würde es vielleicht eher als musikalisches Experiment bezeichnen, aber es gefällt.
  14. Glad To Be With You Again 4:10 (4/5)
    Zum Abschluss ein bisschen Entspannung, was nach den letzten drei Songs auch dringend nötig ist. Insgesamt also recht langsam, aber keinesfalls schlecht, da es nicht langweilig rüber kommt. Nochmal diverse Wechsel zwischen Gesang und instrumentellen Teilen, bis das Ende unaufhaltsam näher rückt.

Wer Musik in diese Richtung mag wird mir zustimmen, dass man es nur gutfinden kann. Alle anderen werden sich sicherlich über meine Euphorie wundern.
Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar Links mit auf den Weg geben, damit ihr euch auch selbst einen Eindruck verschaffen könnt. Wenn ihr (ganz viel) Zeit habt, dann seht euch den Livemitschnitt des Konzerts vom 20.05.08 in Hamburg an. Die beiden Vorbands sind auch mit dabei, weswegen Emil Bulls erst ab ca 2/3 des Videos anfangen zu spielen. Am besten also fertig laden lassen und vorspulen (wobei die beiden anderen Bands keinesfalls schlecht sind und auch sehr gut abgehen, allerdings braucht man dann noch mehr Zeit).
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Der Beitrag wurde am Samstag, den 24. Mai 2008 um 18:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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