U-Bahn-Fahren

Da wollte ich heute mal ein bisschen eher aus dem Lab raus kommen, weil ich nach dem langen Wochenende unbedingt einkaufen musste und außerdem vielleicht auch noch eine kleine Runde durch den Park rennen wollte, solange die Sonne noch scheint. Daraus geworden ist leider nichts. Bzw ich bin zwar wirklich hab sieben raus gekommen (und hab auch den Bus durch einen schnellen Sprint noch erwischt), allerdings fuhr die U-Bahn dann nur drei Stationen. Toll. Irgendein anderer Wagen ganz weit vor uns hatte einen Schaden und so gab es Rückstau bis sonstwo. Super, wenn man sich dann nicht auskennt und weiß, wie man nun am sinnigsten Heim kommt. Zum Glück war ich nie ganz allein unterwegs, sondern eine Kollegin (sehr nettes Mädel übrigens, aber leider ein bisschen zu alt für mich) war zufällig mit mir gegangen, so dass wir zusammen fahren konnten. Die ist schon länger hier und hatte so einen ungefähren Plan im Kopf. Naja, nach mehr als 60 Minuten Heimweg und einem schnellen Einkauf bin ich doch irgendwie angekommen.
Eigentlich wollte ich aber was ganz anderes schreiben. U-Bahn-Fahren. Eine Erfahrung, die man unbedingt mal gemachten haben sollte, aber nicht nur einen Tag lang, wenn man eine größere Stadt besucht, sondern eben mal länger. Da bemerkt man sehr lustige Dinge. Zum Beispiel sind ausnahmslos alle U-Bahn-Führer morgens gut gelaut. Man versteht die Lautsprecherdurchsagen (im München geschieht das größtenteils noch manuell) und auch so hört man die gute Laune heraus. Das ist sehr angenehm, wenn man selbst noch so ein bisschen verschlafen ist. Nachmittags Abends hingegen sind auch die Fahrer schon erschöpft (verständlich, wenn man ständig die gleichen Sätze sagen muss “Eiiinsteeiiiigeen bittee”, “Zurückbleiibeen bittee”, “Nächster Halt …”), man versteht die Durchsagen nur noch, wenn man weiß was es heißen soll. Besonders die Haltestellenansagen sind Sprachkonstrukte, unglaublich. Die Mitfahrer sind auch immer eine Augenweide, da gibt es die unterschiedlichsten Typen. Die meisten Leute versuchen in der U-Bahn dem Gegenüber nicht ins Gesicht zu sehen, sondern lesen (dabei auch sehr beliebt, dass der ganze “Sitzblock” in diese eine Zeitung schielt), hören Musik und haben dabei die Augen zu oder (ganz besondere Spezies) spielen an ihrem Handy und versuchen SMS zu tippen. Ok, nichts Ungewöhnliches, aber wie zum Teufel haben die dort unten Empfang? Ich vermute ja mal, dass dient nur der Ablenkung und um wichtig zu erscheinen. Das lässt sich nämlich fast nur noch durch einen Laptop während der Fahrt toppen. Auch sehr schön sind Personen, die am Fenster sitzen und raus schauen. In den Tunneln ist es normalerweise sehr düster, da sieht man nichtmal die Spinnweben an der Wand (falls es bei dem Tempo überhaupt möglich ist irgendwas zu erkennen). Dabei sollten sich alle diese Leute mal Zeit nehmen ihr Mitmenschen anzusehen, dann würde ihnen das auch auffallen und die Fahrt wäre weniger trist. Allerdings hätte ich dann auch nichts mehr zu erzählen, denn eine Fortsetzung wird es bestimmt geben. Ich muss ja noch eine ganze Zeit lang U-Bahn-Fahren.

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 13. Mai 2008 um 20:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Me, München abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

2 Reaktionen zu “U-Bahn-Fahren”

  1. U-Bahn fahren ist echt eine Sache für sich. Als ich in Hamburg war neulich sind wir da auch ein paar Mal U-Bahn gefahren und jedes Mal hat man echt mindestens einen Menschen entdeckt, dessen weitere Beobachtung sich zu lohnen schien.
    Ein paar dieser Observationsobjekte waren zudem noch betrunken, was die Sache teilweise sehr amüsant machte.

    In der Hamburger U-Bahn hast du übrigens auch im Schachte Mobilfunkempfang. Habe ich aus Interesse einfach mal geguckt. Kannst ja mal auf dein Handy schauen, ob das Empfang hat.

    Zu den Durchsagen:
    In Hamburg werden die generell vom Band wiedergegeben, aber einige bestimmte Stationen in der Innenstadt werden von Kindern gesprochen. Am Anfang noch niedlich/lustig, aber am dem dritten Mal recht nervig.
    Cool sind die Durchsagen im Metronom - einem privaten Bahnkonzern. Der fährt glaube ich nur im Norden, von daher wirst du ihn vielleicht nicht kennen.
    Dort werden die Stationen teilweise übertrieben angesagt. So richtig elanvoll mit lustiger Stimme.
    Aber auch das wird vermutlich auf Dauer nervig.

  2. caesar sagt:

    Mein Handy hat in den münchner Tunneln keinerlei Empfang, weswegen ich das auch so gesagt hab. Ich glaube nicht, dass es anderen Leuten anders geht, zumindest hab ich noch niemanden Telefonieren sehen und das hat man ja sonst immer.
    Hier gibt es zwar auch Ansagen vom Band, aber scheinbar sind die Verkehrsbetriebe grade erst am Umrüsten, denn so sehr viele neue U-Bahnen sind noch nicht unterwegs.

    Ein ganz sonderbares Phänomen hab ich übrigens vergessen: Sonnenbrillen. Es gibt tatsächlich Leute, die auch dort unten der Meinung sind sich vor dem krassen Sonnenlicht schützen zu müssen. Ich warte immer drauf, dass die vor irgendwelche Dinge davorlaufen oder stolpern, aber leider war mir das bisher vergönnt.