Julias CD-Projekt 2008: Madsen - Frieden im Krieg

Diesmal sogar mit Ankündigung, mein nächster Beitrag zu Julias CD-Projekt 2008 (ja, ich werde bei dem Titel bleiben zur Ehrung der Erfinderin). Für die Deutschrock-Fraktion werde ich mir heute das neue Madsen Album Frieden im Krieg vornehmen. Die CD selbst hab ich mir nur von einer Freundin ausgeliehen (die sie unbeschadet zurück bekommen möchte), aber das hindert mich natürlich nicht daran, da Album trotzdem ausführlich zu hören.

So ein klein wenig affin für die Norddeutsche, deutschsprachige Rockszene bin ich ja schon, das muss ich zugeben. Tomte, Kettcar, Escapado oder auch Pete Blume (großartige [neue] Bands übrigens) treffen mit ihren tiefsinnigen Texten und teilweise fetzigen, teilweise chilligen Sounds genau meinen Nerv. Und so gehört auch Madsen mit zu meiner Musiksammlung.
Ihr Album Frieden im Krieg ist seit Anfang März erhältlich und mir liegt hier die DeLuxe-Edition vor. Soweit ich es allerdings in Erfahrung bringen konnte, sind die Songs genau gleich.
Das Cover verströhmt ein wenig U-Bahn-Feeling (wahlweise auch Klo), da die 5 Bandmitglieder vor gekacheltem Hintergrund zu sehen sind, auf dem die Buchstaben des Bandnames stehen. Die CD selbst setzt diesen Trend fort, denn sie ist komplett weiß. Die Songtexte sind natürlich in der Hülle zu finden.
Also ab in den Player damit und die Scheibe rotieren lassen [Titel Laufzeit (Wertung)]

  1. Ja oder Nein 3:26 (3/5)
    Gitarrenintro, dann im Indiestyle einsetztender Rythmus. Macht gleich auf Anhieb gute Laune und vom Text her könnte man es als Aufforderung an die Fans sehen, sich das Album genau anzuhören. Das Tempo ist noch recht gemäßigt und ändert sich eigentlich auch nicht großartig. Irgendwie gleich wieder der typische Madsensound, wenn es auch ein bisschen kräftiger wirkt als das letzte Album
  2. Nachtbaden 2:34 (3/5)
    Die (immernoch) aktuelle Singleauskopplung und auch der kürzeste Track des Albums. Die Stimme des Sängers ist sehr kräftig und auch das Schlagzeug untermalt die recht ruppige Stimmung, die der Text transportiert. Schneller als der erste Song und damit auch recht schnell zu Ende.
  3. Nitro 4:29 (4/5)
    Ungewohnte Töne, eher in Richtung Hardcore gehend, aber sehr gefällig. Sobald die Stimme des Sängers einsetzt geht das jedoch wieder ein bisschen verloren, zu wenig Geschrei um es mal so anzudrücken. Mittendrin auch einige Tempowechsel, die dem Song aber sehr gut stehen. Textlich könnte man es als Stellungnahme zum Terrorismus sehen oder aber auch als Antwort auf den Leistungsdruck, der auf der Jugend liegt. Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher, bevorzuge aber die zweite Variante.
  4. Vollidiot 3:49 (2/5)
    Hört sich ein bisschen nach Blues an, nur die Bläser fehlen. Insgesamt also leiser und ruhiger, ein bisschen zum entspannen. Naja, warum nicht.
  5. Du Bist Wie Du Bist 3:07 (3/5)
    Unterlegt mit einem recht starken Bass, hört man nicht so oft. Wird nach dem langsmeren Beginn zum Refrain plötzlich schnell und flaut wieder ab. Die Tempowechsel geben dem Ganzen aber eine gewisse Würze, die den Song interessant macht. Das Ende kommt recht überraschend daher.
  6. Grausam und Schön 3:25 (3/5)
    Gitarrensolo am Anfang, dazu eine ruhige Stimme. Gegen Mitte hin allgemein lauter, erinnert alles so ein bisschen an das letzte Album, besonders an Goodbye Logik.
  7. Verschwende Dich Nicht 3:34 (4/5)
    Sehr schön, gleich am Anfang ordentlich Tempo drinne und mit Schlagzeug hinterlegt. Dafür enttäuscht der Refrain ein bisschen, man erwartet irgendwie mehr Krach dabei. Gegen Ende ein sehr schönes, schnelles Gitarren/Gesang-Stück und dann ist es auch schon aus.
  8. Liebeslied 3:25 (3/5)
    Naja, so liebesliedig ist es eigentlich nicht. Aber wie jede Liebe anders ist, so ist auch dieser Song eben ein bisschen anders. Er fügt sich gut ins Album ein, da er den Stil aus Tempowechseln, Gitarreneinlagen und der wunderbaren Stimme fortsetzt.
  9. Astronaut 4:10 (4/5)
    Diesmal eine Akustikgitarre (denke ich zumindest) zum Anfang, was schon sehr auf eine Ballade hindeutet. Dementsprechend auch sehr langsam, der Sänger haucht den Text mehr. In meinen Augen damit irgendwie das bessere Liebeslied. Das Schlagzeug setzt erst recht spät ein und gibt auch nur den Rythmus vor, sonst ist es kaum hörbar. Mal durchgehend gleichbleibend in Geschwindigkeit und Stil, aber wahrscheinlich grade deswegen sehr schön.
  10. Kein Weg zu Weit 2:46 (4/5)
    Nach der letzten ruhigen Nummer gleich wieder mehr Speed, härtere Gitarren, mehr Drums. Auch wenn es sehr kurz ist, so bleibt keine Zeit zum Luftholen, die Melancholie des letzten Songs ist wie weggeblasen.
  11. Wenn der Regen 3:46 (3/5)
    Wie der erste Track im Indiestil, gitarrenlastig und wahrscheinlich sehr gut tanzbar. Mehr kann man eigentlich auch schon gar nicht mehr dazu sagen.
  12. Frieden im Krieg 4:56 (5/5)
    Der namesgebende Song für das Album und auch das längste Stück. Nicht, wie der Titel vermuten lässt, ein politisches Statment, sondern über zwischenmenschliche Beziehungen. Sehr ruhig mit einer kräftigen Stimme gesungen, dazu sehr passend harte Gitarrenklänge. Zwischendrinne auch mal einfach nur Musik ohne Text (irgendwie muss die Zeit ja rumgehen, denn soviel Text gibt es in dem Song eigentlich gar nicht). Aber wohl trotzdem oder grade deswegen der beste Song des Albums.
  13. Willkommen im Chaos 3:15 (5/5)
    Nennt sich Bonustrack, bildet aber einen schönen Abschluss des Albums. Sehr flott, sehr rockig, irgendwie aber trotzdem typischer Madsensound (wie beim ersten Track der CD). Spielt auf dem gleichen Level wie Frieden im Krieg, wenn nicht sogar noch ein kleines Stück besser, weil schneller. Ansonsten aber genauso kräftig gesungen, wie gesagt ein wunderbarer Abschluss.

Insgesamt finde ich das Album wesentlich besser als das Letzte. Es ist wieder mehr Rock und weniger Pop zu hören, was es wahrscheinlich nicht ganz so charttauglich macht, für Freunde der Indipendent Music aber ein Fest der Freude darstellt.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 10. April 2008 um 15:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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