No Sleep Until Ostkreuz

Der letzte Beitrag war nur ein kleiner Vorgeschmack auf meine Erlebnisse in Deutschlands Hauptstadt.
Freitag ging es mehr oder weniger spontan los, zu zweit haben wir uns auf den Weg gemacht. Durchaus nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass Freitags die gefühlte ganze Welt mit dem Auto unterwegs ist. Allerdings sind wir dafür erstaunlich gut durchgekommen. Bis Berlin kein Stau und dann nur ein bisschen in der Stadt. Genächtigt haben wir bei den Eltern einer Freundin, die uns auch das gesamte Wochenende wunderbar versorgt haben.
Freitag ging es gegen 20 Uhr zum Poetry Slam ins Rosi’s (in Friedrichsheim, falls es zufällig jemand kennt). Das Haus selbst ist total unauf- und baufällig. Wenn Wir nicht geplant hätten dort rein zu gehen, wäre ich lieber weitergegangen. Dementsprechend abgeranzt war drinnen auch alles, aber irgendwie auch voll gemütlich. Wer noch nie auf einem Poetry Slam war, der sollte das unbedingt mal machen, es lohnt sich. Teilweise waren die vortragenden Gestalten zwar auch sehr gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt sehr lustig. Später sind wir weitergezogen ins Dunker, so eine Art Geheimadresse (Prenzlauer Berg) für Indie- und Alternativeanhänger. Der Eintritt war jeweils nicht teurer als in Bayreuth, genauso wie das Bier. Jedoch muss man in Berlin eben immer mit der S-Bahn oder anderen Verkehrsmitteln irgendwohin fahren, wodruch der Abend schon ganz schön teuer geworden ist. Überhaupt lernt man in der S-Bahn sehr interessante Menschen kennen, meist Betrunkene aber wenn man selbst ein bisschen angeheitert ist, versteht man sich super. Die Berliner sind größtenteils sehr offen und reden nicht um den heißen Brei herum, die bekannte “Berliner Schnauze” hab ich öfters mal live miterlebt. Irgendwann in den Morgenstunden sind wir dann endlich ins Bett gegangen, wenn man bedenkt, dass ich ja Donnerstag auch noch in BT bei Fiddlers Green war, versteht man meine Erschöpfung.
Samstag ging es dann mal bei Tageslicht in die Stadt, das letzte Mal, dass ich da war, war bestimmt vor mehr als 10 Jahren. Somit hat sich einiges verändert, bzw. ich kann mich eh schon nicht mehr dran erinnern. Die Innenstadt selbst ist natürlich sehr schön gemacht, wenn man aber mehr in die Randbezirke kommt, sieht man eher den wahren Zustand der Stadt. Da kann auch keine Farbe mehr helfen. Irgendwo schon traurig, aber wenn man mit stadtkundigen Leuten unterwegs ist, kann man sich eben auch die weniger bekannten Orte ansehen. Abends waren wir im Magnet Club (Prenzlauer Berg) wo ein Konzert mit drei Bands stattgefunden hat. Mainact waren EmilBulls, was sich zwar recht harmlos anhört, aber somit der geilste Alternative-Punk-Rock ist, den ich je gehört hab. Die vielleicht 500 Gäste haben so eine hammer Party gemacht, dass ich mich nicht lange zurückhalten konnte. Ich hab immernoch Muskelkater und blaue Flecken, danach hab ich den ganzen Abend fast nichts mehr gehört, aber es hat sich gelohnt. Ich bin meiner Freundin so dankbar, dass sie mich da mit hingeschleift hat, das hab ich schon so lange nicht mehr gehabt. Moshen durch den kompletten Raum.
Sonntag ging es dann auch schon fast wieder zurück, auch wenn das Frühstück erst gegen zwei stattgefunden hat. Mit einem kleinen Umweg über einen Kunstflohmarkt sind wir losgefahren, schön gechillt mit fast durchgängigen 140 auf der Autobahn, weil sonst nur wenige Leute unterwegs waren.
Insgesamt ein richtig schönes Wochenende, wo man sich hinterher fragt, wieso man sowas nicht viel öfter einfach mal macht.

Der Beitrag wurde am Montag, den 7. April 2008 um 17:28 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Me abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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