Julias CD-Projekt 2008: A Fine Frenzy - One Cell In The Sea

Eigentlich hatte ich gar nicht vor so schnell wieder etwas über eine CD zu schreiben, aber da bei julia die Sprache auf den Song Almost Lover von A Fine Frenzy kam, hab ich mich angeboten ein kleines Review des Albums zu schreiben, da ich es mir vor einiger Zeit als Download gekauft habe.

Auch wenn ich ja eigentlich dafür bekannt bin, mich mehr für die Klänge von E-Gitarren, Bässen und Schlagzeugen zu begesitern, so hab ich auch eine Ader für ruhigere Musik. Vielleicht ist das nicht so ganz verständlich, aber das muss es ja auch nicht sein. Man kann ja nicht ständig nur Krach mit G’schrei hören, ein bisschen Entspannung muss ja auch mal dabei sein. Und außerdem kommt es bei den Frauen ganz gut, wenn man Abends zusammen sitzt.
Lange Rede, kurzer Sinn, das Album One Cell In The Sea hab ich mir also gekauft.
Das Cover zeigt Alison Sudol, die sich hinter A Fine Frenzy verbirgt, verträumt im gelben Shirt mit ihren wunderbar roten Haaren in grüner Natur. So ein leichtes Flair von Sommer kann dabei schon aufkommen, auch wenn die Songs eher melancholisch gehalten sind und vieleicht eher in eine trübere Jahreszeit passen würden.
Die Songtexte sind alle online auf der Homepage der Sängerin zu finden, eine sehr schöne Sache wie ich finde, da man so nicht erst auf diversen anderen Seiten suchen muss.
Also dann, die Stimmbänder geölt und losgelegt. [Titel Laufzeit (Wertung)]

  1. Come On, Come Out 3:36 (3/5)
    Sanft einleitende Klavierklänge, dann diese schöne klare Stimme. In der Mitte etwas lauter, teilweise auch mit irgendwelchen Streichern (fragt bitte nicht was für welche). Dann nochmal eine Wiederholung des Refrains und es ist auch schon vorbei.
  2. The Minnow & The Trout 4:28 (2/5)
    “Der kleine Fisch und die Forelle”, wenn man den Titel mal übersetzt. Wobei Minnow auch Elritze oder Kardinalfisch heißen kann, was letztendlich aber egal ist, denn das sind beides kleine Fische. Das ganze Lied über spielt ausschließlich ein Klavier und sie singt dazu. Für meinen Geschmackt teilweise ein bisschen zu hoch, denn meine Laptoplautsprecher fangen an zu kratzen. Im Songtext selbst ist der Albumtitel One Cell In The Sea zu finden und ab der Mitte ist immermal sowas wie ein Kanon zu hören.
  3. Whisper 4:57 (3/5)
    Jetzt mal eine Gitarre und kein Klavier (das kommt erst ein bisschen später), noch ruhiger als bisher und alles mehr geflüstert. Ansonsten setzt sich der Stil der ersten beiden Songs fort. Zum Ende hin ein recht langes Klaviersolo.
  4. You Picked Me 4:23 (4/5)
    Schneller, ich höre ein Schlagzeug? Nach dem letzten Song wird man fast hochgeschreckt von der Gewalt ihrer Stimme und der Geschwindigkeit der Musik. Schön, eine nette Abwechslung.
  5. Rangers 4:34 (4/5)
    Anfangs mehr den ersten Songs folgend, wenn auch ein bisschen schneller und das Schlagzeug ist auch wieder mit dabei und darf drei Takte spielen. Diesmal ist die Stimme mit einem Echo hinterlegt, was sich auch sehr gut dazu macht. Nicht ganz so hoch gesungen, was es für mich angenehmer macht.
  6. Almost Lover 4:29 (4/5)
    Die erste(?) Singleauskopplung, sicherlich bekannt aus Fernsehen und Rundfunk. Typische Konstellation: Klavier, diese fabelhafte Stimme, langsam, klar und deutlich. Trotzdem besser als die ersten drei Songs, vielleicht tritt ja ein Gewöhnungseffekt ein? Aber sicherlich gut gewählt um den Geschmack der Masse zu treffen, eine wunderschöne Ballade.
  7. Think Of You 4:06 (4/5)
    Das Klavier hört man am Beginn fast gar nicht, allein der Gesang scheint im Vordergrund zu stehen. Dann plötzlich schneller, lauter und wieder mit Schlagzeug. Das Album scheint nach dem dritten Lied eine Wandlung gemacht zu haben.
  8. Ashes And Wine 4:20 (3/5)
    Wer kennt das nicht. Fragen, auf die man versucht in den Tiefen des Weins eine Antowrt zu finden. Im Grunde hört es sich an wie Almost Lover, dennoch finde ich es nicht ganz so gelungen.
  9. Liar, Liar 5:55 (2/5)
    Oh, ein neues Instrument: Ein Akkordion. Seemannsatmospäre. What do you do with a drunken sailor…?. Moment, das war was anderes.
    Ah, also doch altbekannte Klänge, Klavier und Schlagzeug im Hintergrund. Vielleicht sogar wiedermal eine Gitarre. Besser so, das passt mehr zu ihr. Aber langsam wird das Konzept langweilig (grade wenn man das alles so hintereinander hört). Der instrumentelle Teil ist mir zu lang.
  10. Last Of Days 4:13 (2/5)
    Auch hier drehen sich meine Lautsprecher wieder um, die Tonhöhe tut schon fast in den Ohren weh. Ansonsten baut auch der Song ein bisschen ab und erreicht nicht das Level des Mittelteils. Klavier und Stimme sind toll, wie bisher, aber so richtig vom Hocker haut es nicht mehr.
  11. Lifesize 3:44 (3/5)
    Schneller als die letzten Songs, lauter und nicht so hoch. Man wird wieder ein bisschen wachgerüttelt, das braucht man nun auch dringend. Was soll man noch groß sagen?
  12. Near To You 4:35 (3/5)
    Wieder sehr ruhig und langsam, sogar schon fast leise. Dafür hält sich das Klavier mehr zurück und allein die Stimme wird wieder fixiert. Besser als die vorherigen Songs, wenn es auch keine Überraschungen mehr gibt.
  13. Hope For The Hopeless 4:18 (4/5)
    Meiner Meinung nach Gitarre und Klavier, eine ganz gute Kombo. Am Beginn langsam, aber zum Mittelteil hin kommt ein Schlagzeug dazu, was dem ganzen mehr Dynamik verleiht. Auch ihre Stimme ist wesentlich kräftiger als zuvor.
  14. Borrowed Time 4:13 (4/5)
    Nochmal Gitarre und Klavier, wobei die Betonung nun mehr auf der Gitarre liegt. Zum Ende also doch nochmal eine kleine Abwechslung. Recht flott gespielt, aber es gefällt mir ganz gut. Zum Ende hin ganz langsam ausklingend, ein schöner Abschluss eines guten Albums.

Betrachtet man das Album als Gesamtwerk, so erkennt man durchaus eine Art Geschichte dahinter. Vom Kennenlernen, über Zusammensein, die Trennung und die Fragen danach, bis hin zu den Vorwürfen und zum Schluss der Verarbeitung der Sache mit einer neuen Liebe.
Der Mittelteil ist dabei meiner Meinung nach am Besten, am Ende wiederholen sich zu viele Elemente, auch wenn die Songs ganz und gar nicht schlecht sind. Aber wie schon gesagt, für einen gemütlichen Abend ist das ganze Album eigentlich das Richtige. Jedoch sollte man vielleicht die hohen Töne etwas runter regulieren, damit einem nicht die Ohren abfallen.
Ständig kann ich mir solche Musik nicht anhören, aber so für zwischendurch ist es mal ganz nett.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 20. März 2008 um 19:27 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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