Erkenntnisse

Es ist interessant, sehr interessant für einen Mann den Abend mit zwei Frauen, zwei besten Freundinnen (jene und ihre beste Freundin) in diversen Kneipen zu verbringen.
Frauen müssen ständig reden. Es scheint nicht anders zu gehen, wenn sie zu mehreren auftreten. Von den letzten Erlebnissen bei den Familien zu Hause, neuen Einkaufszentren sonstwo in der Replublik, Weggehmöglichkieten in Städten, die ich nicht kenne, bis hin zu Praktika an der Uni (juhu! da konnte ich mitreden). Sehr interessant sind auch spontane Themenwechsel. Grade noch beim Einkaufen, fällt die Frage “wo warst du jetzt eigentlich Glühwürmchen?”. WTF? Irgendwie fehlt mir da ein kleines Stück Info, bis ich herausgefunden hab, dass es um Theateraufführen in Grundschulzeiten(!) ging, hab ich bestimmt 10 Minuten gebraucht. Zwischendrinn hab ich mir manchmal einen Dolmetscher gewünscht. Obendrei war der Cocktail nicht gut. Auch nicht wirklich schlecht, aber eben nicht gut. Wenn ich mich meinem Kumpel treffe, dann brauchen wir zwei Stunden kein Wort zu sagen, und sind trotzdem glücklich. Ich erinnere mich da an unseren letzten Wochenendtag in Mainz, als wir Abends zu zweit am Legerfeuer saßen, Zigarre geraucht und Wisky getrunken haben. Dabei muss Mann einfach nicht reden, aber ich glaube Frauen verstehen die Entspanntheit der Ruhe einfach nicht, sondern empfinden Schweigen als eine peinliche und die Situation erdrückende Lage. Ich hab mich dann gelegentlich ausgeklingt, die anderen Leute beobachtet (Bekannte getroffen, ich kann ja in BT nirgendwo hingehen kann ohne nicht wenigstens irgendwen zu treffen, den ich kenne [dumme Kleinstadt]) und der Musik gelauscht. Die war wenigstens ganz tragbar.
Neben diesen allgemeinen Erkenntnissen über die Unterschiede im männlichen und weiblichen Gesprächsverhalten, dringt immer mehr eine Sache in mein Bewusstsein. Je öfter ich sie treffe, desto klarer wird mir, dass wir uns nicht mehr sehen werden, sobald ich aus BT weg bin. Vor drei Monaten fand ich das wirklich erschreckend, aber ich sehe immer mehr, dass wir völlig verschiedene Vorstellungen von unserem weiteren Leben haben. Sie schreibt dann jetzt ihre Abschlussarbeit, aber so wirklich Spaß hat sie an dem Studium schon seit einiger Zeit nicht mehr und wird die Richtung auch nicht weiter verfolgen. Für mich ist das völlig unverständlich, da es neben der Wissenschaft für mich keine wirkliche Alternative gibt. Neulich hat mir auch jemand gesagt, mit dem ich eigentlich nicht viel zu tun habe, dass er mich schon für einen großen Geist hält, für den die Wissenschaft das Richtige ist. Das ehrt mich und zeigt mir auch selbst, dass meine Selbsteinschätzung nicht so ganz falsch sein kann. Aber insofern verstehe ich sie auch, wenn man eben keine Berufung dazu fühlt, sollte man es vielleicht besser sein lassen, als dann sein Leben lang unglücklich zu sein. Insofern ist es sicherlich ganz gut, dass wir nicht mehr zusammen sind, sondern uns nur noch freundschaftlich verstehen. Da wird der Abschied sicherlich leichter werden. Sechseinhalb Wochen und ich bin weg.

Der Beitrag wurde am Sonntag, den 16. März 2008 um 14:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Bayreuth, Me abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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