Julias CD-Projekt 2008: Escapado - Initiale

Im Rahmen von julias CD-Projekt 2008 möchte ich (ungefragt und unangekündigt) einen kleinen Beitrag beisteuern. Da ich selbst nicht so viele CDs besitze, sondern wirklich nur wenige Glanzstücke mein Eigen nenne, möchte ich euch eines dieser heute vorstellen.

Eine Initiale oder ein Initial (v. latein. initium „Anfang, Beginn“) ist ein schmückender Anfangsbuchstabe, der im Werksatz als erster Buchstabe von Kapiteln oder Abschnitten verwendet wird. (Wikipedia)

Bei dem Album von Escapado trifft dies jedoch nicht zu, denn wenn man die CD-Hülle genau betrachtet, so ist der zweite Buchstabe im Albumtitel eigentlich anders geschrieben. Anders ist auch die Band ansich ein bisschen, denn ihr Musikrichtung bezeichenen sie selbst als deutschen Hardcore, was es recht genau trifft. Kraftvolle, schlagzeuglastige Musik mit intensivem Gitarreneinsatz und ein wenig Synthesizer. Und deutschen Texten.
Nicht immer ist dabei wirklich leicht zu verstehen, was der Song nun grade aussagen soll, ein Freund von mir betitelte die Musik mal als “Krach mit G’schrei”, aber keinesfalls im negativen Sinne. Am Mainstream geht es auf jeden Fall vorbei, was der Band sicherlich den großen Durchbruch verwehren wird, aber vielleicht hilft der Beitrag ja zu wenigstens ein paar neuen Fans?

Ich selbst bin auch erst Weihnachten 2007 mit der Band in Kontakt gekommen, als ich das erste Album Hinter den Spiegeln geschenkt bekommen habe. Der Kauf des zweiten Albums hat dann nicht lange auf sich warten lassen, denn begeistert bin ich wirklich davon.
Eine kleine Hörprobe aus beiden Alben bekommt man auf der MySpace-Seite und sicherlich auch bei last.fm. Erschienen ist es im Label GHvC.

Das Album selbst gibt es in nur einer Version im Shop der Band zu erwerben, im Handel hab ich es bisher nicht entdecken können. Man bekommt eine doppelt ausklappbare CD-Hülle aus Pappe, geschückt wird sie von einer Möve, dem Logo der Band, und dem Bug eines Schiffes mit einer Küstenlinie im Hintergrund. Alles in Schwarz-Weiß gezeichnet und sicherlich als Anspielung auf die Flensburger Herkunft der Band. Nach dem ersten aufschlagen erblickt man den Plan eines Schiffes und die Worte “Der Moment, auf den du wartest, wird ganz allein von dir selbst bestimmt”. Schon fast philosophisch, wie auch alle Songtexte meist mehr bedeuten, als man beim ersten Hören erkennt. Die Songtexte helfen beim Verständnis und sind auch in der Hülle, nach dem zweiten Umklappen, zu finden. Dort ist dann auch die CD beheimatet, sehr stilvoll wie ein Kompass gestaltet.
Ab in den Player damit! [Titel Laufzeit (Wertung)]

  1. Inition ESC 0:42 (1/5)
    Langsam sich erhebende Gitarren, kein Gesang, insgesamt recht leise im Vergleich zum Rest des Albums. Dafür aber ein fast nahtloser Übergang zu
  2. Was du erwartet hast 2:18 (4/5)
    Spektakulär einsetzendes Schlagzeug mit G’schrei von der ersten Sekunde an. Im Mittelteil etwas sachter, danach nochmal kraftvoller Gesang, kurze Sätze und ein langsam ausklingender Schluss.
  3. Coldblackdeatbloodmurderhatemachine 5:36 (5/5)
    Das zweitlängste Stück auf dem Album und schon allein der Titel verdient Respekt. Am Anfang weniger Gitarren und ein bisschen ruhiger, dafür schneller gespielt und mit verständlicherem Text. In der Mitte dann ein tolles Duo, Gitarre - Schlagzeug, und ein furioses Ende.
  4. Geschient 2:44 (3/5)
    Viele Tempowechsel, kürzer und mit gut zu verstehendem Text. Hier wird recht viel Wert auf wirklichen Gesang gelegt.
  5. Kommando Mosfet 3:33 (3/5)
    Ob ein MOSFET was mit dem Song zu tun hat, ist mir unbekannt. Der Sound ist allerdings ein bisschen auf Radio getrimmt, also irgendwie wohl schon. Ein schneller Anfang, ruhig im Mittelteil mit vielen Wiederholungen des Textes und am Ende nochmal lauter.
  6. 7:58 3:19 (4/5)
    Oberfläschlich betrachtet ein Song übers aufstehen, aber natürlich geht es viel tiefer. Verlassenwerden, Einsamkeit, Fehlermachen. Gut gebrüllt Löwe. Lange nachklingend und wirklich bewegend
  7. Verbindung 2:34 (4/5)
    Der Begin geht in Richtung Indie und auch er Gesang ist nicht so ganz kräftig, sondern gesungen. Insgesamt sehr ruhig, aber trotzdem wunderschön so als Entspannung zwischendrinne. Das Ende ist dann wieder lauter und schneller und bricht recht plötzlich ab.
  8. Initiale 3:02 (5/5)
    Der namesgebende Song. Schnell, Laut, Rockig! Ich seh den Moshpit schon gedanklich vor mir. In der Mitte wieder etwas weniger schnell, aber er endet wie er begonnen hat.
  9. Stillleben 3:18 (2/5)
    Läd am Anfang schon fast zum Träumen ein. Wer hört die Wellen rauschen, das Meer gegen die Küste schlagen? Dann aber wieder mit mehr Tempo und ein Ende, das langsam ausklingt. Kein einziges Wort während des ganzes Liedes, aber auch das muss man können.
  10. Solang du weißt 3:48 (3/5)
    Das ganze Album wird zum Ende hin ruhiger, mehr Gesang, weniger Instrumente. Das könnte man schon fast zu einem Date laufen lassen, so schön wie Kettcar und Tomte. Sicherlich merkt man hier den Einfluss des Labels ein wenig.
  11. Ausgeblendet 9:05 (4,5/5)
    Der längste Song dieses insgesamt doch sehr kurzen Albums. Er ist wie ein Schnelldurchlauf aller anderen Stücke und schneidet jedes Thema nochmal irgendwie an. Instrumentensoli, Gesang, G’schrei, kraftvoll untermalt, aber auch mal langsamer. Wenn ein Album mit dem letzten Song lebt oder stirbt, dann ist dieser auf jeden Fall einer, der in Erinnerung bleibt.

Vielleicht konnte ich nun ein wenig Lust auf diese doch außergewöhnliche Musik machen. Die Band hat es verdient.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 6. März 2008 um 16:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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