SAW IV
Ich nehme mein Fazit mal gleich vorne weg, da ich die Leute, die den Film eventuell noch sehen wollen nicht spoilern will.
Wer die ersten drei Teile gesehen hat und die Story vom zweiten aber besonders vom dritten Teil noch im Hinterkopf hat, sollte sich Teil 4 auf jeden Fall noch ansehen, da der Fortgang der Geschichte sehr interessant gelöst ist, was ich nicht erwartet hätte. Wer SAW noch nie mochte, oder die beiden letzten Teile nicht gesehen hat, braucht den neuen auch (noch) nicht zu sehen, da das Verständins sonst teilweise recht schwer ist. Dafür könnt ihr jetzt weiterlesen ![]()
Jigsaw stirbt bekanntermaßen am Ende von Teil drei und der neue Teil beginnt mit seiner Autopsie. Im Magen Jigsaws findet man dabei eine kleine Kasette (so eine, wie sie in Diktiergeräte passen, die bei SAW ja auch ständig verwendet werden), auf der er ankündigt, dass er zwar nun ganz offensichtlich tot ist, sein Werk, seine Spiele, aber gerade erst begonnen haben. Soviel ist sicherlich auch schon aus diversen Trailern bekannt und war für mich auch der Grund, mir den Film anzusehen. Wer soll sein Werk fortsetzen, wenn er und Amanda (seine Gehilfin, wie sich am Ende von Teil 2 und in Teil 3 herausstellt) tot sind?
Hauptperson ist diesmal ein Polizist, der auch schon in Teil 3 eine Rolle gespielt hat, worauf auch hier wieder Bezug genommen wird. Wie gesagt, wenn man die letzten beiden Teile nicht kennt, ist es teilweise sehr schwer zu folgen, da die Personen nicht immer vorgestellt werden, sondern plötzlich auftauchen. Zurück zur Story: Der Polizist ist auf der Suche nach dem Detective aus Teil 2, der danach von Amanda verschleppt wurde (wie man allerdings schon im dritten Teil erfährt), da er der Meinung ist ohne Leiche kein Toter. Oder so ähnlich. In seiner Wohnung wird er dann plötzlich von einem Maskierten überfallen, der außerdem die Wohnung dann so einrichtet, dass das Spiel direkt beginnen kann. Die Effekte, die dabei eingesetzt werden sind ganz klassisch. Der Polizist schleicht durch seine Wohnung, nachdem er ein Geräusch gehört hat, entdeckt nichts, fühlt sich sicher und wird daraufhin überfallen, als er sich umdreht. Nichts Spektakuläres, aber sehr schön umgesetzt. Der Polizist wird nun zu einer Art Handlanger von Jigsaw gemacht, indem er entscheiden soll, was mit diversen Personen geschehen soll, die er im Laufe seiner Suche nach Jigsaw bzw. dem Detective auffindet. Er wird dabei immer wieder vor die Wahl gestellt was mit den Leuten passieren soll, ob er sie rettet oder verurteilt, nachdem er Hinweise auf ihre Taten bekommen hat. Eine drogensüchtige Verbrecherin (die ihn im Gegenzug übrigens als Aufgabe von Jigsaw umbringen soll, nachdem sie von dem Polizisten befreit wurde), einen Vergewaltiger, ein Paar, welches Kinderpornografie anfertigt. See what I see, feel what I feel, judge as I judge. Für diesen ganzen Weg hat er 90 Minuten Zeit, wie er gleich am Anfang in seiner Wohnung erfährt, jedoch immer unter der Bedingung, dass er loslassen soll. Was das bedeutet erfährt man erst gegen Ende, denn der Detective ist natürlich noch am Leben und stellt den Köder für den Polizisten dar. Gleichzeitig ist in dem Raum auch noch ein weiterer Gefangener, noch ein Polizist aus dem dritten Teil, dessen Leben wiederum vom Überleben des Detectives abhängt. Außerdem kommt noch der Anwalt und ehemalige Freund von Jigsaw ins Spiel, der den Anschein erweckt, als wäre er es, der das Werk fortführen will (auch der ist schon im dritten Teil mal aufgetaucht). Dass das natürlich nicht so ist, denkt man sich als Zuschauer schon, die Auflösung kommt aber erst am Schluss. Denn auch der Anwalt ist nur ein Mitspieler im perversen Spiel von Jigsaw, dessen Leben auch nur daran hängt, dass der Detective und der weitere gefangene Polizist überleben. Die Hauptperson schafft es aber nicht alle zu retten, sondern stirbt im Gegenzug auch noch selbst. Ziel des Spiels war ja das Loslassen und er hätte einfach mehr als die 90 Minuten warten müssen, dann wäre alles in Ordung gewesen. Im Grunde ein ähnliches Motiv wie im zweiten Teil, wo der Detective auch nur eine Zeit lang mit Jigsaw reden soll um seinen Sohn wieder zu sehen. Das sollte der Polizist “lernen”, konnte es aber nicht und alle sind tot. Alle? Freilich nicht, denn der zweite Gefangene Polizist entpuppt sich als Jigsaws neuer Helfer, der ähnlich wie Jigsaw im ersten und Amanda im zweiten Teil, selbst ein Teil des Spiels dargestellt haben.
Im Grunde eine recht logische Story, wenn man das so liest. Was ich verschwiegen habe ist die zweite Handlung, bei der das FBI versucht den Polizisten zu verfolgen um über ihn an Jigsaw zu gelangen. An Jigsaw? Wo der doch tot ist, wie die Autopsie am Anfang deutlich gezeigt hat? Und da kommen so langsam Zweifel auf, ob Jigsaw wirklich tot ist, denn auch auf allen Kasetten, die im Laufe des Films auftauchen, ist seine Stimme zu hören. Was da los ist, klärt sich auch erst am Ende auf, denn die Handlung ist parallel zum dritten Teil anzusetzen und nicht erst danach. Am Ende findet der FBI-Agent dann den toten Jigsaw in der Kühlkammer des dritten Teils, zusammen mit Amanda, der (im dritten entführten) Krankenschwester und ihrem Mann (Exmann? weiß nicht mehr so genau warum der die sucht), der sie den ganzen dritten Teil lang gesucht hat. Die Autopsie findet erst daraufhin statt, wobei der “neue” Komplitze Jigsaws, also der mitgefangene Polizist, das Band anhört.
Storytechnisch ein toller Kniff, den ich so nicht erwartet hab. Allerdings lässt sich so natürlich recht leicht ein vierter Teil drehen, wenn man ihn einfach zeitgleich mit dem dritten spielen lässt. Und Teil 5 und 6 sind in der Mache, ich bin mittlerweile wieder gespannt, denn der Film hat mir wirklich gefallen.
Ich persönlich fand, dass sich das Konzept langsam ausgelutscht hat.
Es stimmt schon, es ist irgendwie immer wieder das Gleiche, aber so weiß man wenigstens was kommt. Das ist eben das Erfolgsrezept der SAW-Reihe und dass die Macher daran was ändern werden, wenn es ganz gut ankommt, ist ja recht unwahrscheinlich. Immerhin gibt es ja auch genug Nachmacher, man muss nur an Hostel denken, und kopiert zu werden ist die höchste Form des Lobes, wie man sagt.