Eastern Promises - Tödliche Versprechen

Ich glaube der Film läuft erst seit letzten Donnerstag, was auch erklären würde, warum das bayreuther Kino heute so voll war. Die Vorschau und die Kritiken des Films zeichnen aber meiner Meinung nach ein ganz anderes Bild, als man letztendlich sieht.
Es geht um ein neugebohrenes Kind, dessen Mutter bei der Geburt gestorben ist. Die Mutter war allerdings selbst noch ein Kind, da erst 14 Jahre alt und die Schwangerschaft entstand durch eine Vergewaltigung. Das stellt sich allerdings erst im Laufe des Films heraus und ist der große Aufhänger. Das einzige Dokument der Mutter ist ein Tagebuch, das die Krankenschwester, die bei der Geburt des Babys anwesend war, an sich genommen hat. Geschrieben auf Russisch. Wie praktisch, dass ihr Onkel (sowie ihr Vater, der aber aus irgendwelchen Gründen tot/verschollen/nicht mehr vorhanden ist) aus Russland kommen. Da sich der Onkel aber Anfangs beharrlich weigert das Tagebuch zu übersetzen, geht sie in ein russisches Restaurant (oder sowas), da in dem Tagebuch eine Adresskarte davon zu finden war. Das Restaurant gehört aber nun dummerweise der Mafia, wodurch die Krankenschwester (fragt mich bloß nicht nach dem Namen, den hab ich vor lauter Langeweile vergessen) in gewissen Schwierigkeiten gerät, denn ihr Onkel hat das Tagebuch letztendlich doch übersetzt und so erfährt sie, dass der Obermafiaboss der Vater des Babys ist. Und damit auch der Vergewaltiger. Der Sohn des Mafiachefs spielt auch noch eine Rolle, die aber irgendwie nebensächlich ist. Letztendlich scheint er Alkoholiker zu sein (oder es ist nur ein überzeichnetes Klichee eines Russen) und irgendwie auch schwul, was aber alles egal ist. Die wichtigere Funktion nimmt eh der “Fahrer” der Familie ein, der nämlich für Scottland-Yard arbeitet, wie der Zuschauer aber auch erst gegen Ende erfährt, in Wirklichkeit aber auf Grund der so vorhersehbaren Story schon von Anfang an weiß. So wird zwischendurch ein bisschen intrigiert und recht unspäktakulär gemordet und ganz viel geschwafelt. Mafiacodexgesülz hier, Familienbande und -Ehre dort. Blabla *gähn*. Das kleine Kind wird zum Schluss natürlich von der Krankenschwester aufgenommen und großgezogen, wie es aber mit der ganzen Scottland-Yard vs. Mafia Geschichte weitergeht bleibt offen, so dass man als Zuschauer das Gefühl hat, nicht wirklich ein gutes Ende geliefert zu bekommen. Und mit “gutem Ende” meine ich nicht “Happy End”, sondern einfach nur irgend ein befriedigendes Ende, das man sagen kann, “Ah so isses nun”. Nix der gleichen. Wenn ihr also keinen so großen Wert auf gutes Kino legt, schaut ihn euch an, denn zum Abschalten und Entspannen taugt er ganz gut. Aber erwartet bloß keine Spannenden Wendungen oder gar einen guten Film. Denn das ist er in meinen Augen nun wirklich nicht.

Der Beitrag wurde am Montag, den 7. Januar 2008 um 23:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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