Improvisierter Heringssalat ohne Heringe

Bei meinen ganzen Beschreibungen der Reiseeindrücke hab ich ganz vergessen zu erzählen, dass wir an Silvester traditionell natürlich Heringssalat hatten. Das Problem ist nur, dass man in Italien keine Matjes-Heringe bekommt, die ja die beste Grundlage dafür bilden. Was also tun? Unsere Idee war ganz einfach selbst den gesalzenen Fisch in Öl herzustellen. Sicherlich ist eine Nacht dafür nicht ausreichend, aber einen Versuch war es wert. Also haben wir mal Sardinen in Öl besorgt und tiefgefrohrenen Fisch, von dem wir die Art leider nicht bestimmen konnten, da die italienische Bezeichnung nicht so aussagekräftig war. Vermutlich also irgendwelche Abfälle, denn er war recht billig. Egal, wird schon passen. Den gefrohrenen Fisch mussten wir logischerweise erstmal auftauen und das überschüssige Wasser entfernen. Dann ordentlich mit Salz bestreuen und mit Olivenöl tränken (anderes Öl hatten wir nicht da). In der nächsten Schichten kamen dann die Sardinen dazu, die genauso behandelt wurden. Das ganze dann über Nacht in den Kühlschrank und mit ein bisschen Hoffnung garniert, damit es auch klappt. Desweiteren brauchten wir:

- (Fisch, insgesamt rund 600g)
- 2 große Kartoffeln vom Vortag
- eine große Zwiebel
- ein Apfel
- Pfeffer, (viel) Salz

Dann also die Stunde der Wahrheit: War der Fisch schön salzig geworden, oder reicht eine Nacht bei weitem nicht aus dafür? Nunja, es hat teilweise geklappt. Die Sardienen haben das Salz ganz gut angenommen, der andere Fisch nicht. Aber da wir jetzt keine Zeit mehr hatten noch irgendwas zu besorgen (ganz abgesehen davon, dass sowieso nichts offen hatte), musste das so gehen. Die Zwiebel, die Kartoffeln und den Apfel in kleine Stücke schneiden und den Fisch in etwa genauso große Stücke zerteilen. Dann alles zusammen schmeißen und mit dem Öl, in dem der Fisch eingelegt war, versetzen. Alternativ kann man auch Sahne dazu nehmen, wenn man es etwas süßer haben will. Ich kenne ihn allerdings nur so und finde ihn so auch besser, ist aber sicherlich Geschmackssache. Ordentlich durchrühren und kosten. Bei Bedarf noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Besonders Salz war bei uns sehr wichtig, so dass ich noch gut 5 EL dazu gegeben hab. Aber dann war der Salat wirklich toll. Auch wenn es sich hier jetzt sicherlich nicht so anhört, aber wir waren alle begeistert von unserem improvisierten Heringssalat ohne Heringe.

Der Beitrag wurde am Samstag, den 5. Januar 2008 um 10:44 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Rezepte abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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