6 Tage, 5 Nächte und 4 Betten - Alessandria

So wie es aussieht werde ich noch ein paar Teile schreiben müssen um euch alles zu erzählen, aber hier erstmal der zweite Teil.

Der Zug zu unserem zweiten Zwischenstopp in Richtung Turin ging um 11:15 Uhr. Wobei, Richtung Turin ist falsch, denn Alessandria liegt doch ca. 100km südlich davon. Aber irgendwie mussten wir ja noch die Zeit rumbringen, denn erst ab 30.12. hatten wir eine Unterkunft in Turin. Vorher war Anne gar nicht da. Also warum sollten wir uns nicht noch irgendeine andere Stadt ansehen? So hab ich einfach mal auf der Landkarte gesucht, was da so in der Nähe liegt und hab Alessandria gefunden. Wikipedia zu Folge ist es auch eine kleine gemütliche Stadt mit einer Festung. Eine Jugendherrgerge gibt’s auch, also ist billig Übernachten kein Problem. Der Fahrkartenkauf in Milano hat sich als völlig unkompliziert herausgestellt, denn alle Bahnangestellten können fließend Englisch, wie wir immer wieder feststellen mussten. Da sitzt dann teilweise ein 50 jähriger oder noch älterer Mann vor dir und du bist echt am Überlegen, ob der wohl versteht was du von ihm willst und der antwortet dir in richtig schönem Englisch. Waren waren wirklich sehr angetan davon. Ich denke mal, dass es in Deutschland ähnlich sein wird, aber so oft rede ich die Bahnbeamten hier nun nicht in einer anderen Sprache an. Naja, nach zweimal umsteigen und 1,5 h Fahrt waren wir auch in Alessandria. Die Adresse der Herrberge hatte ich im Internet gefunden und auch so ungefähr einen Plan wo wir hin müssen, aber es ist trotzdem nicht so schlecht sich erstmal einen Stadtplan zu besorgen, die meisten Touristeninfos bieten sowas kostenlos an. Also Touriinfo suchen. Die hatte natürlich grade Mittagspause, aber einen Plan haben wir doch bekommen. Dann zur Jugendherrberge. Das Tor ist zu, kein Mensch weit und breit zu sehen, aber wenigstens eine Klingel mit Gegensprechanlage war an der Tür. “Hello, we are searching a room for a night. Can you help us?” Antwort: “No speak English” Klack - wieder aufgelegt. Wär schon blöd, wenn der uns jetzt nicht rein lässt, aber eigentlich gibt es keinen Grund dazu, also haben wir mal gewartet. Nach 2 Minuten kam dann doch jemand an, der uns die Tür geöffnet hat. Der Herrberge ist wahrscheinlich ein altes Kloster, da sie direkt neben einer Kirche lag. Der Mann hat uns dann versucht zu sagen, dass die Rezeption erst um 20 Uhr öffnet, so halb auf Englisch, halb Italienisch. Letztendlich hat er uns aber doch mit rein genommen und uns ein Zimmer gegeben. Nun hatten wir noch den ganzen Nachmittag um uns die Stadt anzusehen und ein nettes Restaurant zu suchen um was zu essen. Das Blöde ist nur, dass die ihre Siesta recht ernst nehmen und wirklich bis 19 Uhr alles dicht machen. Sogar die Kirchen. Naja, was wir sehen konnten haben wir uns angesehen, sind Kaffee trinken gegangen (bestellt übrigens niemal einen Kaffee in Italien, dann bekommt ihr nämlich nur einen Espresso. Einfachen Filterkaffee kennen die nicht) und haben weiter unsere Reisevorräte gegessen, denn Hunger hatten wir ja trotzdem. Gegen Abend sind wir dann zu dem Castell gegangen, das auf der anderen Flussseite liegt. Was bei Wikipedia aber nicht stand, ist dass das Teil immernoch von der Armee als Stützpunkt verwendet wird. Also nix mit ansehen und durchspazieren. Naja, ein paar Fotos haben wir trotzdem gemacht, wahrscheinlich denken die italienischen Militärs jetzt, dass wir Spione waren oder sowas, aber verhaftet hat uns niemand. Den Wikipediaartikel hab ich dann mal geändert, damit nicht noch mehr Leute dorthin fahren um die Festung zu sehen und dann feststellen müssen, dass man dort nicht rein kommt. Naja, auch nicht so schlimm, danach gab’s ordentlich Pizza für wenig Geld, auch wenn die Bedienung wieder kein Englisch gesprochen hat, da merkt man eben doch, dass Alessandria eher eine Kleinstadt ohne viele ausländische Touristen ist. Was aber auch ganz lustig ist, ist dass Abends plätzlich die ganzen Straßen voll Menschen sind. Da scheint jeder nochmal raus zu kommen und es ist wahrscheilich so ein Sehen-und-gesehen-werden, denn die Aufzüge in denen grade die Jugend dort rumläuft ist schon grausig. Proll^3, würde man bei uns sagen, dort laufen alle so rum.
Das war dann auch schon der zweite Tag. Die zweite Nacht im zweiten Bett war dann recht angenehm, auch wenn wir schon um 10 Uhr wieder aufstehen mussten, da die Zimmer sauber gemacht werden sollten. Eigentlich mussten wir aber erst um 15 Uhr in Turin sein um eine Freundin von Anne zu treffen, denn Anne selbst kam doch erst am 31.12. und hat uns für eine Nacht ein Quartier bei einer Freundin von ihr besorgt. Und mit der hatten wir ausgemacht, dass wir uns um drei Nachmittags am Bahnhof treffen. Mussten wir also nochmal ein paar Stunden in Alessandria totschlagen, allerdings diesmal mit unseren recht schweren und großen Rucksäcken auf dem Rücken. Wahrscheinlich kennen wir aber nun jede Ecke in der Stadt. Auch hier sprechen die Bahnangestellten wieder richtig gut Englisch, im Gegensatz zu allen anderen Leuten in der Stadt. Nichtmal im Mäcs hat man uns so wirklich verstanden. Und dort sind wir auch nur rein, weil wir nur noch eine halbe Stunde hatten und in Bahnhoftsnähe kein erreichbares Cafe zu finden war. Aber wenigstens war der Cappuchino dort gut. Die Zugfahrt ging dann recht schnell mit grade mal einer Stunde und Umsteigen mussten wir auch nicht mehr.
So, im nächsten Teil gibt’s dann alles über Turin, den letzten Punkt unserer Reise und der eigentliche Grund dafür.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 3. Januar 2008 um 14:33 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Me abgelegt. Folgende Tags wurden dabei verwendet , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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