Von Mäusen in Öl und Nashörnen ohne Horn
Nachdem ich ja in der Halbzeitpause meines Praktikums schon einen kleinen Zwischenbericht gegeben habe, kommt nun hier der zweite Teil. Damit ihr euch das außerdem ein wenig besser vorstellen könnte, hab ich einige Bilder mit meinem Handy geschossen (richtig, womit auch sonst?).
Die Hinfahrt nach meinem Wochenendaufenthalt war sehr entspannt. Wir sind ja schon Nachts wieder hin, damit wird einerseits rechtzeitig da sind und außerdem nicht in den montäglichen Pendlerverkehr kommen. So war auf den Autobahnen nichts los und wir sind recht schnell angekommen. Wobei schnell relativ ist, denn ich hatte nicht mehr genug Benzin im Tank um wirklich schnell zu fahren. Somit sind wir mehr als 200 km mit 100 km/h durch die Gegend gebummelt. Aber war ja nichts los, hat also keinen gestört. Von der Arbeit her waren die letzten beiden Wochen dann nicht mehr so spannend, denn irgendwie war alles halt schon bekannt. Abgraben, freilegen, Fotos machen, einmessen, nivellieren, weiter freilegen, nochmal Fotos, wieder einmessen und nivellieren usw. ![]()
Sicherlich wäre es weniger lustig gewesen, wenn wir zwei andere “Mitgräber” gehabt hätten. Teilweise lagen wir vor Lachen auf dem Boden und konnten einfach nichts mehr machen. Auch am Esstisch wurden teilweise so üble Witze gerissen, das war schon hart an der Grenze. Aber wenn sich die Mäuse auch selbst im Öl ertränken, ist das schon verdammt dumm, oder?
Gekocht haben wir übrigens immer zusammen und auch wenn es immer den Hauch des spartanischen hatte, so war es doch immer sehr lecker. Manchmal wurden wir auch von ein paar Dorfbewohnern zum Essen eingeladen. Die Bewohner sind einfach so herzlich und freundlich und unterstützden die Grabung soweit es ihnen möglich ist, eben z.B. indem sie die Grabungshelfer zu Essen einladen. Vor zwei Wochen war dann auch noch Kirchweihe (Kirmes, Kerwa, Kerb…) und wir haben an dem ganzen Wochenende nicht einen Cent ausgegeben, weil uns ständig irgendwelche Leute eingeladen haben. Essen, Bier, Wein, wir wurden rundum versorgt. Die Leute waren immer so nett zu uns, nochmal ein herzliches Dankeschön dafür.
Zwischendrin hat dann auch unser Zivi gewechselt, aber der Neue war eine Tröte. Man sollte ja keine Vorurteile haben, aber stellt euch einfach ein typischen Physiker vor. Naja, nach 10 Tagen ist er krank geworden (nein wir waren nicht dran Schuld, auch wenn wir nicht immer nett zu ihm waren) und war den Rest unserer Zeit nicht mehr da. Somit war es noch ein bissel entspannter, denn sobald unser Chef wag war, hatten wir vier das ganze Lager für uns. Die beiden wollen wir auf jeden Fall nochmal besuchen, dann ohne Zelt dafür mit Strom, fließend Wasser und ganz besonders: Wärme. Das war nämlich unser größtes Problem in der letzten Woche, es war einfach arschkalt. Einen Tag hat es auch noch geregnet, also Campingalptraum Nummer 1. Ansonsten hatten wir aber weiterhin Glück mit dem Wetter und (eben außer der Kälte) war es ganz annehmbar.
Ich hatte mir ja gewünscht, dass ich noch ein paar schöne Sachen finde und mein Wunsch wurde mir sogar erfüllt. Eine Rippe, die wirklich noch sehr gut erhalten war (links) und ein Stück von einem Kiefer mit einem ganz tollen Zahn drinne (rechts).
![]()
Der Kiefer ist von einem hornlosen Nashorn. Der lateinische Name ist dabei allerdings besser gewählt (mir aber grade entfallen) und hat nichts mit Nashorn zu tun. Denn kann man ein Nashorn ohne Horn noch als Nashorn bezeichnen? Wir waren der Meinung nein und haben daher die komplette hornlose Faune von Eppelsheim erfunden, angeführt von dem Nas. Hinzukommen der hornlose Bieber, die hornlose Schildkröte und das hornlose Pferd. Und was ist, wenn das hornlose Nashorn (Nas) nun auch keine Nase mehr hätte? Dann bräuchte man eigentlich einen komplett neuen Namen, denn Nas- und Honloses Nashorn macht rein gar keinen Sinn mehr.
Die Zeit in Eppelsheim war wunderbar und ich bin wahnsinnig froh dieses Praktikum mitgemacht zu haben, auch wenn es mir für mein Studium rein gar nichts bringt. Aber Kindheitsträume erfüllen ist durchaus so eine Reise wert.
Die Heimreise war dann zwar auch noch eine Odyssee, weil ich nicht nach BT gefahren bin, sondern zu meinen Eltern, aber nach 7 Stunden Fahrt war ich da auch endlich angekommen. Vielleicht gibt’s die Story dazu noch ein anderes Mal.
Mehr Fotos von meinen Praktikum gibt’s hier
Mmmh, ein sehr schöner Bericht
Die Mäuse-Fotos sind aber gewöhnungsbedürftig…
Und Euer Nas wird sicherlich noch wissenschaftliche Wellen schlagen!
Die Dummheit dieser Mäuse ist mir immernoch unbegreiflich. Die Ölflasche stand geschlossen im Küchenregal. Ich wollte dann was anbraten und hab mich erst gewundert, wo denn der Deckel hin ist, hab mir aber noch nichts weiter dabei gedacht und die Flasche angehoben. Erst dann hab ich die Mäuse gesehen. Am Anfang waren es übrigens drei, die Flasche haben wir dann stehen gelassen um sie nach dem Wochenende den anderen beiden Praktikanten und dem Chef zu zeigen, da waren es dann schon vier.
Auch unsere improvisierte Mausefalle, ein einfacher Eimer halbvoll mit Wasser, hat 12 Opfer gebracht. Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gekommen, dass Mäuse das Überleben auf dieser Welt nicht verdient haben und es nur schaffen, weil sie so verdammt viele Nachkommen haben. Irgendeiner davon überlebt halt immer.
Ich glaube nicht, dass ein Elefantenjungtier in eine Ölflasche springen würde.