Die Welt in zwei ungleich großen Stücken
Montagmorgen, aber heute hab ich mein Frühstück schon beendet, denn um 12 Uhr muss ich schon an der Uni sein.
In ziemlich genau drei Wochen ist unser Umzug vorbei. Wenn alles gut geht, dann bekommen wir diese Woche schon einen Schlüssel für unsere neue Bude, damit wir rein können und die Küche aufbauen und streichen können. In der Woche vor dem Umzug hab ich mal wieder Seminarvortrag, diesmal über “Die Erkennung und den Abbau von Proteinen durch das Proteasom”, in der Woche nach dem Umzug schreib ich Klausur. Somit werd ich wohl demnächst schonmal anfangen für beide Dinge was zu tun.
Wirklich bewegen tut mich aber grade was ganz anderes. Seit mehr als zwei Monaten hab ich es nicht mehr geschafft mich mit meiner besten Freundin zu treffen. Ich mein, so schwer kann das doch nicht sein, immerhin studieren wir doch zusammen. Somit sehen wir uns zwar täglich, aber über die wirklichen wichtigen Dinge redet man halt nicht in der Uni. Das nervt mich schon, ich brauch die Zeit mit ihr einfach. Sie weiß z.B. nichts über meine letzten Frauengeschichten, speziell über diese Freundin meiner Mitbewohnerinnen und über meine Gedanekn zur meiner Exfreundin, das war früher anders. Sie hatte immer den richtigen Rat zur richtigen Zeit. Sie war noch nicht in meiner jetztigen Wohung und meine Mitbewohnerinnen kennt sie auch noch nicht. Irgendwie ist da was zwischen uns gebrochen. Sie ist jetzt mehr mit anderen Leuten zusammen, die ich halt gar nicht leiden kann. Das sind so typische Biochemiker, lernen, lernen, lernen und vergessen den Spaß am Leben. Man kann auch außerhalb der Bib seine Zeit verbringen. Und damit komm ich halt nicht so ganz klar, woher dieser plötzliche Wandel bei ihr kommt. Bei anderen Leuten wär mir das wahrscheinlich egal, aber sie will ich nicht so einfach aufgeben, dafür haben wir schon zu viel zusammen erlebt. Ich hoffe, dass sie das auch versteht und ihr unsere Freundschaft doch wichtiger ist, als es momentan den Anschein hat. Jetzt muss ich sie nur noch erwischen um ihr das zu sagen. Und das ist der schwierigste Teil an der ganzen Sache.